Gut schreiben: Content kommt von Können (Folge 1)

Content Fleet Content Fleet 15/01/2019
Gut schreiben: Content kommt von Können (Folge 1)

Wie schreibe ich einen guten Text, welche handwerklichen Kniffe wende ich an, was ist schlechter Stil? In unserer neuen Reihe geben wir Anschauungsunterricht – belanglosen und langweiligen Content gibt’s schließlich genug!

Content, der fröhlich stimmt

Content kann jeder. Einen Text zu schreiben ist nicht schwer! Das mag prinzipiell stimmen. Was da aber als Content millionenfach das Internet befüllt, stimmt oftmals traurig: inhaltlich banale, ungelenk formulierte, Rechtschreibung und Grammatik ignorierende Texte, in denen schon der erste Satz ein Rausschmeißer ist und sich Füllwörter und Phrasen die Klinke geben, flankiert von in den Text geprügelten Keywords. Ja, das ist natürlich Content, aber Content, der überflüssig ist und keinen Nutzen hat. Für niemanden. Dann lieber ganz lassen.

Guten Content kann nicht mal eben jeder. Einen guten Text zu schreiben ist nicht einfach. Aber machbar. Die Zutaten: Leidenschaft, Neugier, Sprachgefühl – sowie handwerkliches Können und Routine. Die eine universelle Anleitung zum Schreiben von Texten gibt es nicht. Aber Grundsätze und Regeln. Die erfahrenen Journalisten von TESTROOM zeigen in loser Folge, was einen guten Text ausmacht, verraten Tricks und benennen die No-Gos, die es zu vermeiden gilt. Auf dass der Content fröhlich stimmt.

Vor dem Schreiben: Warum, wie, für wen?

Den Auftakt unserer Reihe „Gut schreiben: Content kommt von Können“ bilden einige allgemeine Überlegungen, die auch beim Schreiben eines Textes am Anfang stehen. Warum schreibe ich den Artikel, für wen schreibe ich ihn? Wie bringe ich das jeweilige Thema rüber, als Ratgeber, Listicle, Blogpost, News, Kolumne, Kaufberatung, How-to etc.? Sachlich-informativ, locker-frech, mit starker persönlicher Note? Will ich neutral Wissen vermitteln, möchte ich beurteilen und einschätzen, soll der Text unterhalten oder gar verblüffen und amüsieren?

Nach dem Schreiben: Wir gehen auf Distanz

Ist ein Text geschrieben, ist er nicht fertig. Idealerweise lesen ein Lektor und zum Abschluss ein Schlussredakteur darüber. Zunächst liegt es aber an der Autorin oder dem Autor, das eigene Werk noch einmal zu prüfen. Passt alles? Habe ich die Regeln und Grundsätze für gutes Schreiben befolgt? Ein oftmals unterschätzter Schritt. Der Distanz zum eigenen Text erfordert.

Bei geschriebener Sprache ist nicht entscheidend, was ich erzählen möchte. Es ist entscheidend, was ich tatsächlich erzähle. Das muss nicht übereinstimmen. Als Verfasserin oder Verfasser habe ich recherchiert, kennen mich in der Materie aus, habe meine Geschichte im Kopf. Habe ich sie aber auch aufgeschrieben? Um das zu klären, muss ich den Text aus der Sicht des Lesers überprüfen – nicht aus der Autorensicht. Ist der Artikel voraussetzungsfrei und verständlich, ist alles folgerichtig? Korrespondieren Überschriften, Einleitung und Lauftext, zieht sich der rote Faden ohne Verwicklungen durch den Text?

Worauf es beim Schreiben und somit auch beim Kontrolllesen im Detail ankommt, verraten wir in den kommenden Episoden unserer Reihe „Gut schreiben: Content kommt von Können“.